Supercharge

Supercharge Band webMesserscharfe Bläsersätze, satte Grooves, die in die Beine gehen, und ein charismatischer Frontmann, der als Sänger und Saxophonist ebenso zu überzeugen weiß, wie als humorvoller Entertainer – in mehr als zweitausend schweißtreibenden Shows erspielten sich Albie Donelly‘s  SUPERCHARGE einen ehernen Ruf als prägende Band in Sachen Rhythm‘n‘Blues, Swing & Good-Time-Rock‘n’Roll. Dass sie weit mehr sind, als „nur“ einer der besten Live-Acts Europas, beweisen fast eine Million verkaufte Tonträger (nicht wenige davon live abgesetzt) – und die Tatsache, dass rund 80 Prozent ihres Repertoires aus Eigenkompositionen besteht. Jetzt endlich werden nach und nach alle Original-CDs mit sämtlichen Tracks in allen Download-Portalen veröffentlicht. Und drei CDs kommen physisch auf den Markt: „Big Blow“, mit einer gelungenen Mischung aus live- und neuen Studiotracks, „The Thrill has not Gone“ – mit ihren größten Hits aus den vergangenen 35 Jahren und „Winter Wonderland“ – Jazzy Christmas.

Gegründet wurde die Band im Jahre 1974 von Sänger und Tenor-Saxophonist Albie Donnelly und Schlagzeuger Dave Irving, in Liverpool, nachdem beide ihre frühere Band „In Crowd“ verließen. Die Originalbesetzung bestand aus Albie Donnelly, Ozzie Yue (Gitarre und Gesang), Allen ‚Gaz’ Gaskell (Tenorsaxophonist, Gitarre, Harmonika und Gesang), Alan Peters (Trompete), Bob Robertson (Baritonsaxofon), Pete Newton (Bassgitarre), Tony Dunmore (Bass) und Dave Irving (Schlagzeug).

„Between Music and Madness“ hieß die ihre Debüt CD, die 1974 auf den Markt kam. Ab 1975 spielte Supercharge regelmäßige Live-Gigs in London, mit dem Vorhaben, ein Angebot eines Major-Labels zu bekommen. Und tatsächlich folgte bald ein Vertrag von Virgin Records. Mit ihrer Single „You’ve Gotta Get Up and Dance“ konnten sie 1976 in Zusammenarbeit mit Produzenten-Ikone Robert “Mutt” Lange (AC/DC, Foreigner) einen Top 3-Hit in Australien landen. Das dazugehörige zweite Album „Local Lads Make Good“, bei dem ebenfalls Lange die meisten Songs schrieb, erreichte ebenfalls in Australien Goldstatus, was die Band auf mehrere erfolgreiche Touren führte. Auch die Presse war sich schnell einig: Eine solche Powertruppe hatte es bis dahin noch nicht gegeben.

Obwohl die Plattenverkäufe in Großbritannien zu wünschen übrig ließen, schafften es Supercharge, sich den Ruf als eine der besten Live Bands des Landes zu erspielen. Dazu trug nicht zuletzt auch der Auftritt als Vorband für Queen am Hyde Park Festival bei. Über 100.000 Leute feierten zusammen mit Albie & Co eine rauschende Party. Und Brian May schüttelte nur begeistert den Kopf: „So eine Begeisterung habe ich selten erlebt“.

Trotz ihres Rufes als eingespielte Live Band, entschied sich Richard Branson dafür, nur Donnelly und Karski einen weiterführenden Deal anzubieten. Der Rest der Band wurde somit arbeitslos, tragischerweise kurz bevor das Album „Local Lads Make Good“ Goldstatus erreichte. Donnelly ging mit einer von Grund auf erneuerten Band auf Tour, sehr zum Leidwesen der ehemaligen Bandmitglieder, die viel harte Arbeit in die Band gesteckt haben, um sie dorthin zu bringen wo sie zu diesem Zeitpunkt war.

Doch mit dieser neuen Band leitete Supercharge ein neues Kapitel ein: Die Eroberung Europas in den 1980er Jahren.

Es folgten weitere erfolgreiche Tourneen mit Aufritten vorrangig in Deutschland, Italien, Frankreich und England und mehr als 15 Alben, darunter das Meisterwerk „Groover‘s in Paris“ (live aufgenommen bei Tina Onassis‘ Hochzeit im Pariser Maxim) und diverse Chart-Platzierungen, u.a. „I Think I‘ll Fall in Love“ (produziert von Robert John ‚Mutt’ Lange).

Heute, nach 40 Jahren hartem Showbiz, vielen „Ups“ und „Downs“, mehr als 2.000 Auftritten und über einer Millionen verkaufter Platten hat Albie Donnelly nichts von seiner Virilität verloren – und auch nichts von seinem britischen Humor. „Ich kann wohl wirklich nichts – außer Musik“, grinst er. Albie hält die Fäden in der Hand –  ist optisch wie akustisches Aushängeschild seiner inzwischen wohl sechsten Generation an Musikern, die heute ausschließlich aus Deutschland stammen – allesamt begnadete Meister ihres Fachs. Heute pendelt er zwischen seiner neuen Heimat, im westfälischen  Heiligenhausen, und seiner alten – dem altehrwürdigen Liverpool, wo ihm in diesem Jahr eine besondere Ehre zu Teil wurde: Er spielte als Headliner beim großen Street – Festival. Empfohlen hatte ihn ein großer Sohn der Stadt: Paul McCartney.