AJK

AJK Pressefoto webAJK - zu Klang gewordener Steampunk

Wer in die Musik des 2013 gegründeten Kölner Quartetts AJK eintaucht, wird auf eine geradezu wagemutige stilistische Bandbreite stoßen. Im musikalischen Kosmos des Vierers regieren nämlich sowohl Blues, Oldtime Jazz und Swing, als auch Progressive Rock, Art- und Hard Rock. Das mag sich nach uralter Überforderung anhören, klingt aber nicht so. Denn die aus erstklassigen, langjährig erfahrenen Musikern bestehende Combo um Sänger und Pianist Alexander J. Krienke präsentiert eine originelle, vielschichtige und durchweg unterhaltsam inszenierte Lesart der verschiedenen Stile.

Bester Beleg dafür ist What’s Good For You, ihr 2015 erscheinendes Debütalbum.

„Crossroads“ etwa ist halluzinogener, mit schimmernden Pianoklängen veredelter Blues Rock, „Suddenly“ theatralischer Art Rock, gekleidet in vollmundige Melodiebögen voller augenzwinkerndem Pathos und extrovertierter Dramatik. Das Titelstück, angereichert mit knackigen Bläsersätzen, stolziert mit lasziver Leichtigkeit auf dem Grad zwischen Glam Rock und Gospel. Und „Holiday in Cambodia“, die zynische Post-Punk-Hymne der Kalifornier Dead Kennedys, kommt daher als süffisant rockende Swingnummer. Aufgenommen wurde die Scheibe im Tonstudio von Produzent Michael Newiger, der den vierzehn Songs einen organischen, wundersam wuchernden Klang verpasst hat – ganz im Geiste des Sounds der Siebziger.

AJK zelebrieren ihr unbefangenes Spiel mit Versatzstücken der Musikgeschichte derart enthusiastisch, dass das Ergebnis weit mehr ist als die Summe seiner Teile. So wie Carl Orff mit seiner Vertonung der Carmina Burana ein Mittelalter frei nach seinen Vorstellungen erschuf, kreieren AJK mit ihrer Musik eine ebenfalls frei erfundene Vision der späten Sechziger und frühen Siebziger: Auf den ersten Blick auf Vergangenes verweisend, entpuppen sich die Songs der Formation als fantastische, vom Kontext ihrer Einflüsse losgelöste Kompositionen. Sie sind zu Klang gewordener Steampunk.

Das kommt nicht von ungefähr: Während der Aufnahmen zum Album hat sich Songwriter Krienke inspirieren lassen von der kafkaesken Dystopie seines Lieblingsregisseurs Terry Gilliam, dem Film „Brazil“. Auch er ist voller intelligent eingesetzter Anachronismen, überraschender Wendungen, sowie gespickt mit jener absurden Komik, die sich bei AJK gerade in den Texten niederschlägt. Generell gibt Krienke den Erzähler bisweilen hochemotionaler Geschichten, die er gänzlich unprätentiös schildert. AJK wissen, dass geballte Gefühle einen Gegenpol brauchen, damit sie nicht im Kitsch kentern. Es ist die Gratwanderung zwischen Pathos und Bescheidenheit, zwischen großer Rockmusik und introvertiertem Singer-Songwritertum, die jeden Hördurchgang von What’s Good For You zu einer Entdeckungsreise macht.

Die Band

Alexander J. Krienke, Gesang, Piano.

Andreas Ballnus, E-Gitarre.

Martin Philippi, Bass.

Jens Olaf Mayland, Schlagzeug, Gesang.

Der Tonträger

What’s Good for You (2014) ist ab dem  13. November 2015 im Handel erhältlich. 

 

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