K37a

K37a 1WEBAlternative Rock abseits des Mainstreams

Nachdem k37a ein Jahr Liveerfahrung auf bayerischen Bühnen gesammelt hat, bringen die vier Nürnberger im Juli ihr erstes Album „Postmodern Dream“ auf den Markt und dürfen sich dabei über die Zusammenarbeit mit dem Winnender Label 7us music freuen.

Aus dem, was im Sommer 2010 als eher loses Projekt in einer Wohngemeinschaft begann, hat sich eine feste Band mit einem vierköpfigen Stamm formiert, die sich immer größerer Beliebtheit bei Publikum und Kritikern erfreut. Ungewöhnlich an ihrer Entstehungsgeschichte ist die Tatsache, dass die meisten Songs arrangiert wurden, noch bevor die Besetzung der Band feststand. Schließlich fanden die Gründungmitglieder Marius Berendt und Tobias Müller in Dirk Beierlein und Dominik Lang Musiker, die die nötige Spielfreude und Motivation mitbrachten, um das Programm auf die Bühne zu tragen und sich in der regionalen Nürnberger Musikszene zu profilieren.

Die Frage nach der musikalischen Orientierung lässt sich nicht einfach mit einer Liste gängiger moderner Genres beantworten. Der Reiz der Band liegt in einem geradezu postmodernen Stilmix mit einer starken elektronischen Komponente, die den Fluss und die Stimmung einer berauschenden Diskonacht erzeugt. Zum anderen trägt die Musik die Leidenschaft und Authentizität singender Rockgitarren in sich, die verspielt und zugleich melodisch in die Werke eingearbeitet sind und so jedem Stück einen ganz individuellen Charme verleihen. Dieser treibende Elektrorock wird abgerundet mit melodischen Gesangslinien und einer Reihe traditioneller Elemente. Es geht nicht nur darum, Musik zu komponieren und am Ende zehn tonträgertaugliche Werke aufzunehmen; vielmehr geht es darum, bei sich selbst und dem Publikum eine wohldefinierte Stimmung zu erzeugen, bei der stets eine klare Botschaft mitschwingt: Haltet die Füße nicht still, denn hier ist Bewegung drin!

Die Liveperformance bietet neben den zahlreichen akustischen auch einige visuelle Überraschungsmomente, wovon sich unter anderem auch die Besucher des 37. Nürnberger Bardentreffens im vergangenen Sommer überzeugen konnten. Eine festgefahrene und starre Instrumentalbesetzung wird man bei K37a nicht beschreiben können. Stattdessen gilt beim Livekonzept der Band der Grundsatz der Flexibilität und Vielseitigkeit. Instrumente werden getauscht, die Funktionen der Bandmitglieder variieren von Song zu Song, Gastauftritte sind sowohl bei der Liveperformance als auch beim Komponieren und Produzieren der Werke erwünscht. Bei dieser Bandformationen stehen Gleichberechtigung und künstlerische Offenheit im Vordergrund.

Das im Juli erscheinende Debut, das zum größten Teil in Eigenregie aufgenommen wurde, trägt genau dieser Philosophie Rechnung. Viele Stücke sind mithilfe kreativer Köpfe entstanden, die ihre Ideen wohlwollend einzubringen wussten. Bereits in den ersten Sekunden des Albums bemerkt der Zuhörer die Triebkraft der Musik. Rollende Basslinien undmelodische Gitarrenriffs unter druckvollen und doch geschmeidigen Elektrobeats sorgen bei Tempo 150 für sofortige Ergriffenheit des gesamten Körpers.

Das Tempo wird nach zwei Songs geringfügig gedrosselt; jedoch ziehen sich Melodie und Tanzbarkeit als entscheidende Komponenten des Albums von der ersten bis zur letzten Minute durch. Der hitverdächtige Popsong „Vagina Electrica“ ist eine innovative Verbindung aus folkigen Elementen und modernen, elektronischen Einflüssen; ein Song der sofort ins Ohr und in die Beine geht, ohne sich abgedroschen oder austauschbar anzuhören, auch nach duzenden Wiederholungen. Dies gilt insbesondere auch für den stimmungsvoll arrangierten Titeltrack, der aus einer unbeschwerten, geradezu frechen Melodie eine melancholische Hookline entstehen lässt, um schließlich seinen Höhepunkt in nahezu sakral anmutendem Chorgesang zu finden.

Daneben finden sich Stücke, wie etwa die Instrumentals „Cynic“ oder „Glade“, die den Hörer mittels ausgefeilter Klanggewebe in ungeahnte Klangsphären entführen und in denen sowohl menschliche Sehnsüchte als auch Ausgelassenheit und Lebensfreude zum Ausdruck kommen. Letzteres gilt in besonderem Maße für das durchweg tanzbare und etwas ironische „Yolo“. Hier ist es die Kombinationen aus einem groovenden Basslauf, singenden Fanfaren und einem mitreißenden Sprechgesang, die beim Publikum sofort eine gewisse Partystimmung (und Tanzwut) aufkommen lässt.

Dem gesamten Werk liegt inhaltlich vor allem ein Gedanke zu Grunde: Wie wollen und können wir als postmoderne Gesellschaft ein freiheitliches, nachhaltig friedliches und gleichzeitig fortschrittliches Zusammenleben von stark individualisierten Menschen dauerhaft ermöglichen, ohne den heute allgegenwärtigen Subjektivismus und Egoismus weiter zu kultivieren? K37a werfen diese Frage in ihrer nachdenklichen und doch lebensbejahenden Musik immer wieder auf und versuchen sich auch an Antworten, sehr stark auf einer lyrischen, vor allem aber auf einer musikalischen Ebene, in der sie Grenzen von Raum und Zeit zu überwinden versuchen.

Die wichtigste Motivation besteht aber darin, Menschen auf Konzerten zusammenzubringen und sie mittels der Musik auf einer emotionalen Ebene zu berühren, so dass sie Musik als ein Gemeinschaftserlebnis wahrnehmen. Denn wenn man selbst einen Ohrwurm hat oder bei einem Stück eine bestimmte Stimmung erzeugt wird, kann man davon ausgehen, dass man diese mit anderen teilen kann. Alles andere würde die Bedeutung und die Wirkung von Musik entbehrlich machen.

 

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Genre:  ambient, experimental, electro, accoustic, melancho dancerock

Homnetown: Nürnberg

Bandbesetzung:

Busy B
Teddy Zinkel
Dirkleton

Diskografie:

Postmodern Dream  (VÖ: 28. Juni 2013) - hier bestellen